Bürokratie belastet Grundschulen
Veronika Bode hat eine Kleine Anfrage zum Vertragswesen und zur Finanzierung pädagogischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Grundschulen an die Landesregierung gestellt. Anlass sind zahlreiche Hinweise aus der Praxis auf steigende organisatorische Belastungen in den Schulen.
Als konkretes Beispiel nennt die Abgeordnete die Grundschule Friedrichstraße in Helmstedt. Die Schule partizipiert am Startchancen-Programm des Landes Niedersachsen und profitiert hierdurch von zusätzlichen Ressourcen, um die Bildungschancen für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Weitere Sonderbudgets – unter anderem aus dem Corona- sowie dem Ukraine-Topf finanzierte Stunden – sollen künftig nicht verstetigt werden. Die Folge wären deutlich weniger Wochenstunden. Dies hätte Auswirkungen auf die individuelle Förderung, die Unterstützung im Unterricht sowie die Begleitung von Kindern mit erhöhtem Unterstützungsbedarf und würde zugleich die Belastung der Lehrkräfte erhöhen.
Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein zentraler Bestandteil des Schulalltags und sichern die verlässliche Grundschule sowie den Ganztagsbetrieb. Die Schulen berichten, dass insbesondere Vertragsstrukturen und Finanzierungswege mit erheblichem Aufwand verbunden sind. Unterschiedliche Vertragsformen, befristete Beschäftigungen und verschiedene Finanzierungsquellen erschweren die Personalplanung und erhöhen die administrative Belastung der Schulleitungen.
„Ich möchte mit meiner Kleinen Anfrage klären, wie viele pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Grundschulen beschäftigt sind, wie ihre Stellen finanziert werden und welche Vertragsmodelle angewendet werden. Ebenso interessiert mich, wie die Landesregierung den Verwaltungsaufwand bewertet“, erklärt Bode.
Bode stellt zudem die Frage, ob die bestehenden Strukturen den Anforderungen moderner Grundschularbeit noch gerecht werden. „Wenn pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine tragende Rolle im schulischen Alltag übernehmen, müssen die Rahmenbedingungen verlässlich und transparent sein. Unterschiedliche Vertragsmodelle und wechselnde Finanzierungsquellen dürfen Schulen nicht ausbremsen“, so Bode.
Die Anfrage soll klären, wo konkrete Belastungen entstehen und wie Vertrags- und Finanzierungsstrukturen vereinfacht werden können. Dabei geht es auch um die Frage, ob mehr Stellen als dauerhafte Landesstellen statt über Schulbudgets bereitgestellt werden können und welche Möglichkeiten es gibt, den administrativen Aufwand im Personalbereich zu reduzieren.
„Die Qualität von Bildung beginnt in der Grundschule. Ohne ausreichend qualifiziertes Personal sind Chancengerechtigkeit, Inklusion und individuelle Förderung nicht möglich. Dafür braucht es verlässliche Strukturen sowohl für die Schulen, aber auch für die Mitarbeitenden, die an den Startchancen-Schulen im Landkreis Helmstedt überzeugende Ergebnisse erzielen“, betont Bode abschließend.